Verarbeitendes Gewerbe: Auftragsreichweite fällt auf Fünfjahrestief
Im Verarbeitenden Gewerbe hat sich das Geschäftsklima im Januar deutlich verschlechtert. Nicht nur ihre laufenden Geschäfte bewerteten die Unternehmen häufiger negativ, auch ihre Erwartungen fielen spürbar pessimistischer aus als in den drei vorhergehenden Monaten. Waren die Exportaussichten im Dezember noch per saldo optimistisch ausgefallen, so rechneten die Befragten nun mit Rückgängen im Auslandsgeschäft. Nachfrage und Auftragsbestände entwickelten sich erneut rückläufig, beides allerdings weniger stark als im Vormonat. Die Reichweite der Auftragsbücher in Produktionsmonaten sank zu Beginn des ersten Quartals auf 3,2 (3,6 im Q4; 3,6 im Q1 2025). Damit erreichte sie den niedrigsten Stand seit fünf Jahren.
Wohl vor dem Hintergrund der stellenweise gedrosselten Vormonatsproduktion sanken die Lagerbestände an Fertigwaren abermals. Der entsprechende Saldo notierte unter seinem Langzeitdurchschnitt. Die Kapazitätsauslastung sank von 79,7% auf 75,3% (74,0% im Q1 2025). Auch für die nahe Zukunft war eine Reduzierung der Produktionstätigkeit geplant. Vielerorts stand Personalabbau auf der Agenda, dies nochmal häufiger als zuletzt. Wenn auch noch mancherorts die Preise erhöht werden sollen, so sanken die Preiserwartungen gegenüber Dezember doch merklich.
Elektrische Ausrüstungen: Auftragsreichweite steigt spürbar
Nach der leichten Besserung im Dezember sank der Klimaindikator zum Jahresanfang wieder tiefer ins Minus. Die Unternehmen korrigierten ihr Urteil zur aktuellen Geschäftslage nach unten. Auch ihre Erwartungen fielen erneut weniger zuversichtlich aus. Im Gegensatz zu den Vormonaten nahmen die Auftragsbestände nun zu. Die Reichweite in Produktionsmonaten stieg zu Beginn des ersten Quartals auf 3,6 (2,6 im Q4; 2,9 im Q1 2025). Die Kapazitätsauslastung nahm (saisonbereinigt) etwas zu auf 79,7% (78,6% im Q4; 69,7% im Q1 2025). Stellenweise rechneten die Befragten mit positiven Impulsen aus dem Exportgeschäft. Die Produktionspläne sahen mancherorts eine Ausweitung der Fertigung vor.
Maschinenbau: Erwartungen fallen skeptisch aus
Anders als im Dezember rechneten die Unternehmen nun für das kommende halbe Jahr mit Geschäftsrückgängen. Auch die Exporterwartungen fielen stellenweise skeptisch aus. Eine Drosselung der Produktionstätigkeit war weiterhin geplant, jedoch gegenüber den Vormonaten deutlich seltener. Die Unzufriedenheit mit den laufenden Geschäften blieb weit verbreitet bestehen, auch wenn der Lageindikator im negativen Bereich leicht anstieg. Die Auftragsreichweite ging im ersten Quartal von 4,1 auf 3,8 Monate zurück (4,1 im Q1 2025). Auch die Kapazitätsauslastung ließ nach (Rückgang von 75,7% auf 74,7%; 74,5% im Q1 2025). Da die Verschlechterung der Geschäftserwartungen überwog, trübte sich das Klima ein.
Kraftwagen und Kraftwagenteile: Klima verbessert sich geringfügig
Das Geschäftsklima in der Automobilindustrie hat sich im Januar leicht verbessert. Der Klimaindikator notierte jedoch noch tief im negativen Bereich. Während die Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage abermals schlechter beurteilten, sehen sie den kommenden Monaten weniger pessimistisch entgegen als zuletzt. Die Exporterwartungen verloren gegenüber Dezember deutlich an Zuversicht. In der nächsten Zeit soll das Fertigungstempo zurückgefahren werden. Die Reichweite der Auftragsbücher in Produktionsmonaten sank zu Beginn des ersten Quartals auf 3,3 (4,3 im Q4; 4,6 im Q1 2025). Die Kapazitätsauslastung ging merklich zurück, von 83,8% auf 73,2% (68,2% im Q1 2025).