Bauhauptgewerbe: Klima bricht ein

Im Bauhauptgewerbe hat sich das Geschäftsklima im April drastisch verschlechtert. Tiefer im Minus befand sich der Klimaindikator zuletzt im Februar 2025. Deutlich mehr Baufirmen als in den vorhergehenden Monaten beurteilten ihre aktuelle Situation negativ. Die Reichweite der Auftragsbestände stieg leicht an auf 3,6 Monate (3,5 zuletzt; 4,2 im April 2025). Die Auslastung der Maschinenkapazität blieb (saisonbereinigt) fast unverändert bei 73,0% (73,1% zuletzt; 73,2% im April 2025).

Die Geschäftserwartungen der Unternehmen gaben um mehr als 18 Punkte nach. Beinahe 40% rechneten aktuell mit Einbußen, nur knapp 6% mit Zuwächsen im kommenden halben Jahr. Gleichzeitig gingen deutlich mehr Befragte (saisonbereinigt) von Rückgängen der Bautätigkeit aus als zuletzt. Die Baupreiserwartungen stiegen zum fünften Mal in Folge an, der entsprechende Saldenwert lag zuletzt im Februar 2023 höher. Weiterhin hatten die Firmen stellenweise mit Beschäftigungsaufbau geplant.

Im April meldeten die Baufirmen etwas häufiger als zuletzt Einschränkungen ihrer Bautätigkeit, ihr Anteil stieg von 59,5% auf 61,0%. Mehr Unternehmen (42,7%) als im März (40,5%) sahen sich durch fehlende Aufträge beeinträchtigt. Auftragsstornierungen traten hingegen etwas seltener auf als zuletzt (5,3% aktuell; 5,9% zuletzt). Auch kam es erneut seltener zu Finanzierungsschwierigkeiten (6,9% aktuell; 9,4% zuletzt). Ähnlich häufig wie zuletzt (31,2%) wurde die Besetzung offener Stellen durch Fachkräftemangel erschwert (29,3% aktuell). Verglichen mit den Vormonaten, in denen es keine oder kaum Meldungen zu Materialmangel gab, traten diese im April deutlich öfter auf (6,8% aktuell; 0,7% zuletzt; 2,3% im Langzeitdurchschnitt). Wie meist nach Frühlingsbeginn nahmen die Probleme in Folge negativer Witterungseinflüsse stark ab (Rückgang von 18,2% auf 5,3%). Die undefinierten, in der Kategorie „sonstige Faktoren“ zusammengefassten Einschränkungen betrafen aktuell 17,5% der Teilnehmenden (10,2% zuletzt).