Bauhauptgewerbe: Materialengpässe nehmen zu
Im Bauhauptgewerbe ist der Klimaindikator im Mai leicht angestiegen, notiert jedoch weiterhin tief im Minus. Dies war auf weniger ungünstige Erwartungen zurückzuführen: nach dem Einbruch im April fielen diese inzwischen etwas weniger pessimistisch aus. Auch rechneten nun spürbar weniger Befragte mit Rückgängen der Bautätigkeit in der nächsten Zeit. Vor diesem Hintergrund korrigierten die Unternehmen ihr Personalplanungen erneut nach oben. Erstmals seit fünf Monaten stiegen die Baupreiserwartungen nicht an, sondern sanken ein Stück. Stellenweise war weiterhin eine Erhöhung der Preise geplant.
Ihre laufenden Geschäfte beurteilten erneut mehr Baufirmen negativ als zuletzt. Noch lag der Lageindikator allerdings leicht über seinem (negativen) Langzeitdurchschnitt. Die Reichweite der Auftragsbestände ließ geringfügig nach und sank von 3,6 auf 3,5 Monate (3,5 im Mai 2025). Die Auslastung der Maschinenkapazität nahm zu und lag nun bei 75,8% (73,6% zuletzt; 72,4% im Mai 2025).
Im Mai traten Einschränkungen der Bautätigkeit ähnlich häufig auf wie im Vormonat, der Anteil der betroffenen Baufirmen lag bei 61,6% (61,0% zuletzt). Verglichen mit den zurückliegenden Monaten nahmen Probleme aufgrund von Materialmangel am aktuellen Rand deutlich zu (Anstieg von 6,8% auf 10,1%). Über der Zehn-Prozent-Marke lag diese Quote zuletzt im Februar 2023. Fehlende Aufträge blieben ein weit verbreitetes Problem (41,8% aktuell; 42,7% zuletzt). Dagegen kam es kaum noch zu Auftragsstornierungen (3,5% aktuell; 5,3% zuletzt). Finanzierungsschwierigkeiten traten nun mit einem Anteil von 11,1% wieder häufiger auf als im April (6,9%). Trotz der konjunkturellen Schwäche blieben Personalengpässe aufgrund von Fachkräftemangel weit verbreitet (29,8% aktuell; 29,3% zuletzt). Die undefinierten, in der Kategorie „sonstige Faktoren“ zusammengefassten Einschränkungen betrafen aktuell 18,0% der Teilnehmenden (17,5% zuletzt). Wie bereits im April wurde abermals stellenweise (5,3% aktuell und zuletzt) von Problemen in Folge negativer Witterungseinflüsse berichtet.