Bauhauptgewerbe: Situation verbessert sich
Im Bauhauptgewerbe ist der Klimaindikator im Juni deutlich gestiegen, er liegt nun über seinem (negativen) Langzeitdurchschnitt. Im Gegensatz zu den beiden Vormonaten fielen die Urteile zur aktuellen Geschäftslage wesentlich seltener negativ aus. Die Reichweite der Auftragsbestände stieg von 3,5 auf 3,7 Monate (3,5 im Juni 2025). Die Auslastung der Maschinenkapazität sank hingegen und betrug 74,0% (76,0% zuletzt; 72,7% im Juni 2025).
Die Geschäftserwartungen der Baufirmen waren im Juni weniger pessimistisch als zuletzt. Erneut rechneten (saisonbereinigt) weniger Befragte mit Rückgängen der Bautätigkeit in der nächsten Zeit. Sie planten nun deutlich öfter als in den vergangenen Monaten, das Personal aufzustocken. Baupreiserhöhungen sind aktuell seltener vorgesehen als in den drei Vormonaten.
Im Juni kam es – wie für die Saison üblich – insgesamt seltener zu Einschränkungen der Bautätigkeit, der Anteil der entsprechenden Meldungen sank von 61,6% auf 54,2% (54,5% im Juni 2025). Fehlende Aufträge stellten auch im Berichtsmonat ein weit verbreitetes Problem dar, jedoch sank die Quote erstmals seit Oktober 2025 wieder unter 40% (von 41,8% auf 38,9%). Personalengpässe aufgrund von Fachkräftemangel traten im Juni (27,5%) etwas seltener auf als zuletzt (29,8%). Andere Einschränkungen nahmen hingegen am aktuellen Rand zu: Zum fünften Mal in Folge wurde häufiger Materialmangel als Ursache genannt (Anstieg von 10,1% auf 12,1%) und erreichte den höchsten Stand seit Dezember 2022. Jeweils über ihrem jeweiligen Langzeitdurchschnitt lag der Anteil der Baufirmen mit Finanzierungsschwierigkeiten (11,9% aktuell; 11,1% zuletzt; 4,1% Mittelwert) sowie Auftragsstornierungen (4,5% aktuell; 3,5% zuletzt; 3,8 Mittelwert). Wohl vor dem Hintergrund der extremen Hitze wurde öfter als zuletzt von Problemen aufgrund der Witterung berichtet (7,5% aktuell; 5,3% zuletzt). Die undefinierten, in der Kategorie „sonstige Faktoren“ zusammengefassten Einschränkungen betrafen aktuell 15,2% der Teilnehmenden (18,0% zuletzt).