Bauhauptgewerbe: Finanzierungsproblematik nimmt zu
Nach zwei Anstiegen hat sich das Geschäftsklima im Bauhauptgewerbe wieder verschlechtert. Etwas häufiger als im Juni beurteilten die Baufirmen ihre aktuelle Lage negativ. Die Reichweite der Auftragsbestände sank von 3,7 auf 3,5 Monate (3,3 im Juli 2025). Die Auslastung der Maschinenkapazität stieg hingegen auf 75,4 % (74,0 % zuletzt; 72,7 % im Juli 2025).
Die Geschäftserwartungen der Baufirmen trübten sich im Vergleich zum Juni stärker ein. Deutlich häufiger als zuletzt gingen die Befragten von Rückgängen der Bautätigkeit aus. Vor diesem Hintergrund stand ein Personalaufbau seltener als im Vormonat auf der Agenda. Nur noch stellenweise planten die Firmen mit Baupreiserhöhungen.
Im Juli traten saisonüblich insgesamt weniger Einschränkungen der Bautätigkeit auf. Der Anteil der entsprechenden Meldungen sank von 54,2 % auf 52,7 % (55,6 % im Juli 2025). Das meistgenannte Problem blieben fehlende Aufträge, doch sank der entsprechende Anteil erneut auf aktuell 35,5 % (38,9 % zuletzt; 38,2 % im Juli 2025). Auch zu Auftragsstornierungen kam es seltener als zuletzt (Rückgang von 4,5 % auf 4,2 %). Nach fünf Anstiegen in Folge gab es diesmal weniger Probleme aufgrund von Materialmangel (Rückgang von 12,1 % auf 9,9 %). Andere Einschränkungen nahmen hingegen am aktuellen Rand zu: Personalengpässe infolge von Fachkräftemangel wurden im Juli (28,4 %) geringfügig öfter gemeldet als zuletzt (27,5 %). Der Anteil der Baufirmen mit Finanzierungsengpässen nahm zum dritten Mal in Folge zu (von 11,9 % auf 12,8 %). Damit erreichte dieser Anteil den höchsten Wert seit Ende 1997. Angesichts der extremen Temperaturen kam es – unüblich für die Saison – zu einem Anstieg von Problemen durch negative Witterungseinflüsse (von 7,5 % auf 9,0 %). Die undefinierten, in der Kategorie „sonstige Faktoren“ zusammengefassten Einschränkungen betrafen aktuell 15,5 % der Teilnehmenden (15,2 % zuletzt).