Bauhauptgewerbe: Lage verbessert sich
Nach dem Dämpfer im Juli setzte der Klimaindikator im Bauhauptgewerbe seine seit Mai sichtbare Aufwärtsbewegung fort: Er notierte im August deutlich über seinem (negativen) Langzeitdurchschnitt. Anders als in den zurückliegenden Monaten beurteilten die Baufirmen ihre aktuelle Geschäftssituation nur noch punktuell negativ. Die Reichweite ihrer Auftragsbestände sank (saisonbereinigt) leicht von 3,6 auf 3,5 Monate (3,5 im August 2025). Die Auslastung der Maschinenkapazität ging auf 74,8% zurück (75,2% zuletzt; 71,9% im August 2025).
Auch die Geschäftserwartungen der Unternehmen fielen gegenüber den Vormonaten nun wesentlich seltener pessimistisch aus. Der Erwartungsindikator näherte sich seinem (negativen) historischen Mittelwert. Weniger häufig als zuletzt gingen die Befragten von Rückgängen der Bautätigkeit aus. Weiterhin stand stellenweise Personalaufbau auf der Agenda. Nur noch vereinzelt waren nun Baupreiserhöhungen vorgesehen.
Auch im August kam es saisonüblich insgesamt zu weniger Einschränkungen der Bautätigkeit, der Anteil der entsprechenden Angaben sank von 52,7% auf 45,9% (55,4% im August 2025) und erreichte damit zugleich den niedrigsten Wert der vergangenen fünf Jahre. Fehlende Aufträge blieben dabei die meistgenannte Ursache, doch trat dieses Problem zum vierten Mal in Folge seltener auf (Rückgang von 35,5% auf 29,5%; 39,5% im August 2025). Auch Auftragsstornierungen wurden abermals weniger häufig gemeldet (3,3% aktuell; 4,2% zuletzt). Nach drei Anstiegen traten aktuell wieder seltener Finanzierungsengpässe auf (Rückgang von 12,8% auf 11,2%), allerdings lag diese Quote noch klar über ihrem Langzeitdurchschnitt (4,1%). Im Kontrast zu den vorhergehenden Monaten (9,9% zuletzt) wurde im August nur noch vereinzelt (1,9%) von Einschränkungen durch Materialmangel berichtet. Der Anteil der Baufirmen mit Schwierigkeiten bei der Besetzung offener Stellen aufgrund von Fachkräftemangel ging ebenfalls zurück, von 28,4% auf 22,7%. Aufgrund der extremen Temperaturen kam es auch im August zu einem (saison-)unüblichen Anstieg witterungsbedingter Probleme (von 9,0% auf 13,4%). Dies ist die höchste August-Quote, die seit 1991 erfasst wurde. Die undefinierten, in der Kategorie „sonstige Faktoren“ zusammengefassten Einschränkungen betrafen aktuell 12,7% der Teilnehmenden (15,5% zuletzt).