Bauhauptgewerbe: Lage verschlechtert sich wieder
Im Bauhauptgewerbe verschlechterte sich das Geschäftsklima im September deutlich, der Klimaindikator näherte sich wieder seinem (negativen) Langzeitdurchschnitt. Ihre aktuelle Lage bewerteten die Baufirmen nun merklich öfter negativ als in den drei vorhergehenden Monaten. Dabei stieg die Reichweite der Auftragsbestände von 3,5 auf 3,7 Monate (3,5 im September 2025). Die Auslastung der Maschinenkapazität sank auf 73,7% (74,6% zuletzt; 73,1% im September 2025).
Beim Blick auf die erwartete Geschäftsentwicklung in den kommenden sechs Monaten breitete sich wieder stärker Pessimismus aus. Auch rechneten die Unternehmen gegenüber August etwas häufiger mit Rückgängen der Bautätigkeit. Weiterhin war Personalaufbau geplant, allerdings fielen die Pläne zurückhaltender aus als in den Vormonaten. Wesentlich öfter als zuletzt standen nun Baupreiserhöhungen auf der Agenda.
Im September wurden wieder etwas häufiger Einschränkungen der Bautätigkeit gemeldet, der Anteil der betroffenen Firmen stieg von 45,9% auf 48,6% (57,2% im September 2025). Trat Auftragsmangel in den vergangenen Monaten immer seltener auf, so nahm dieses Problem aktuell wieder zu (Anstieg von 29,5% auf 33,9%; 37,6% im September 2025). Zu Auftragsstornierungen kam es ebenfalls etwas öfter als zuletzt (Anstieg von 3,3% auf 5,0%). Die Quote an Unternehmen mit Finanzierungsengpässen blieb gegenüber August nahezu unverändert (11,7% aktuell; 11,2% zuletzt). Die Meldungen über Materialmangel nahmen diesmal leicht zu (von 1,9% auf 3,2%). Auch berichteten die Baufirmen wieder häufiger von Schwierigkeiten bei der Besetzung offener Stellen aufgrund von Fachkräftemangel (24,4% aktuell; 22,7% zuletzt). Nach dem im Sommermonat August verzeichneten, für die Jahreszeit untypisch hohen Anteil witterungsbedingter Probleme (13,4 %) gingen diese im September wieder deutlich zurück (auf 3,8 %). Die undefinierten, in der Kategorie „sonstige Faktoren“ zusammengefassten Einschränkungen betrafen aktuell 11,6% der Teilnehmenden (12,7% zuletzt).