Verarbeitendes Gewerbe: Preiserwartungen ziehen an

Die Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe meldeten im April erneut eine gestiegene Nachfrage sowie eine Zunahme der Auftragsbestände. Die Reichweite der Auftragsbücher in Produktionsmonaten stieg zu Beginn des zweiten Quartals auf 3,5 (3,3 im Q1; 3,4 im Q2 2025). Angesichts dessen korrigierten die Betriebe ihre Bewertung der aktuellen Lage spürbar nach oben. Allerdings notierte der Lageindikator noch tief im Minus, 30 Punkte unter seinem historischen Mittelwert. Infolge der stellenweise ausgeweiteten Vormonatsproduktion blieben die Lagerbestände auf einem im Langzeitvergleich hohen Niveau. Die Kapazitätsauslastung stieg im Vergleich zum Vorquartal von 75,2% auf 78,0% (74,4% im Q2 2025). Die Erwartungen für das kommende halbe Jahr gaben wieder nach, die Befragten rechneten vermehrt mit Geschäftsrückgängen. Ihre Exportaussichten blieben verhalten, der entsprechende Saldenwert lag knapp unter null. Die Preiserwartungen stiegen kräftig an, höher notierte der Saldo zuletzt im Februar 2023. Vor diesem Hintergrund wurden die Fertigungspläne nach unten korrigiert und sahen eine Drosselung der Produktionstätigkeit vor. Beschäftigungsabbau stand seltener auf der Agenda als in den beiden Vormonaten. Da der Anstieg des Lageindikators überwog, kletterte der Klimaindikator im negativen Bereich ein Stück nach oben.

Branchenentwicklung im Verarbeitenden Gewerbe (Auswahl)

Gummi und Kunststoffwaren: Unzufriedenheit lässt nach

Ähnlich wie im März erwartete gut die Hälfte der Unternehmen Geschäftsrückgänge im kommenden halben Jahr. Die Exportaussichten blieben vielerorts pessimistisch, wenn auch geringfügig seltener als zuletzt. Die Preiserwartungen zogen kräftig an. Die Unzufriedenheit der Betriebe mit ihrer aktuellen Lage ließ spürbar nach. Gegenüber dem ersten Quartal (3,0) stieg die Reichweite der Auftragsbestände leicht an auf 3,2 Produktionsmonate (3,1 im Q2 2025). Die Kapazitätsauslastung blieb relativ unverändert bei 68,3% (68,9% im Q1, 61,0% im Q2 2025). Da sich beide Komponenten verbesserten, kletterte der Klimaindikator im negativen Bereich etwas nach oben.

Metallerzeugnisse: Leichte Stabilisierung der Situation

War im März noch ein Einbruch des Geschäftsklimas zu beobachten, so kletterte der Klimaindikator im April ein Stück aus dem Keller und näherte sich wieder dem (negativen) Niveau vom Februar an. Auch die aktuelle Situation und die Aussichten für das kommende halbe Jahr wurden nun zwar noch vielerorts ungünstig eingeschätzt, dies geschah allerdings wesentlich seltener als noch im Vormonat. Die Nachfrage stabilisierte sich etwas und die Reichweite der Auftragsbestände blieb unverändert bei 3,7 Produktionsmonaten (3,4 im Q2 2025). Die Kapazitätsauslastung der Anlagen änderte sich kaum (75,5% aktuell; 75,7% im Q1, 74,0% im Q2 2025).

DV-Geräte, elektronische und optische Erzeugnisse: Auftragsüberhang

Hatten die Geschäftserwartungen der Unternehmen im März noch deutlich an Optimismus eingebüßt, so fielen sie im April wieder öfter zuversichtlich aus. Auch die Exportaussichten verbesserten sich. Die laufenden Geschäfte wurden hingegen wesentlich seltener positiv beurteilt als in den vorhergehenden Monaten. Ihre Lagerbestände an Fertigwaren stuften die Betriebe als zu gering ein. Die Produktionstätigkeit wurde hochgefahren und die Kapazitätsauslastung stieg von 80,3% auf 81,5% (76,2% im Q2 2025). Die Reichweite der Auftragsbestände beträgt bei aktueller Kapazität 5,7 Monate (4,6 im Q1; 4,0 im Q2 2025). Das erste Mal seit Mai 2024 fiel die Beurteilung der Auftragsbücher per saldo wieder positiv aus. Auch hier zogen die Preiserwartungen stark an, mehr als die Hälfte der Firmen plant mit höheren Verkaufspreisen in den kommenden drei Monaten. Da die Verschlechterung des Lageurteils überwog, sank der Klimaindikator etwas. Er notierte jedoch klar über seinem Langzeitdurchschnitt.