Verarbeitendes Gewerbe: Unternehmen setzen verstärkt auf Preiserhöhungen

Im Verarbeitenden Gewerbe hat das Geschäftsklima gegenüber April spürbar nachgegeben. Dies war auf eine deutliche Eintrübung der Geschäftserwartungen zurückzuführen. Mehr als ein Viertel der Unternehmen rechnete mit Geschäftsrückgängen im kommenden halben Jahr, nur jedes elfte mit Zuwächsen. Vom Exportgeschäft erwarteten die Firmen nur vereinzelt positive Impulse. Ihre Fertigungspläne korrigierten sie nach oben, punktuell war nun eine Steigerung der Produktionstätigkeit geplant. Weiterhin sollte vielerorts Personal abgebaut werden, dies jedoch seltener als in den zurückliegenden Monaten. Die Preiserwartungen zogen weiter an, der zugehörige Saldenwert erreichte den höchsten Wert seit Ende 2022. Ihre aktuelle Geschäftslage beurteilten die Unternehmen ähnlich häufig negativ wie im April, der Indikator stieg marginal. Anders als in den beiden Vormonaten meldeten die Befragten nun einen Rückgang der Nachfrage. Die Auftragsbestände stiegen weiterhin an, dies jedoch weniger häufig als zuletzt. Vor diesem Hintergrund nahm der Lagerdruck zu, trotz der stellenweise gedrosselten Vormonatsproduktion.

Branchenentwicklung im Verarbeitenden Gewerbe (Auswahl)

Elektrische Ausrüstungen: Erwartungen deutlich eingetrübt

Hatte sich das Geschäftsklima im April noch ein Stück weit verbessert, so rutschte der Klimaindikator im Mai wieder tiefer ins Minus. Ausschlaggebend hierfür war vor allem die starke Eintrübung der Erwartungen, der entsprechende Saldo notierte auf dem schwächsten Niveau seit über zwei Jahren. Das Urteil zur aktuellen Lage verschlechterte sich ebenfalls etwas. Ähnlich wie im Vormonat meldeten die Unternehmen eher eine stagnierende Nachfrage. Die Lagerbestände an Fertigwaren stiegen stark an. Wohl angesichts der gegenüber April deutlich optimistischeren Exporterwartungen war nun für die nächste Zeit eine Erhöhung des Produktionstempos geplant.

Maschinenbau: Geschäftslage stabilisiert sich

Nach der Abwärtsbewegung des Klimaindikators in den vergangenen Monaten ging es im Mai (noch im negativen Bereich) wieder spürbar nach oben. Grund hierfür war die Beurteilung der laufenden Geschäfte, die wesentlich seltener negativ ausfiel als zuletzt. Die Nachfrage zog mancherorts an, zudem meldeten die Firmen erstmals seit November 2022 wieder eine Zunahme der Auftragsbestände. Mit Blick auf die weitere Geschäftsentwicklung nahmen die pessimistischen Einschätzungen allerdings erneut zu. Auch beim Exportgeschäft rechneten die Unternehmen nicht mit positiven Impulsen. Die Preiserwartungen zogen kräftig an, der Saldenwert erreichte den höchsten Stand der letzten drei Jahre.

Kraftwagen und Kraftwagenteile: Stimmung etwas besser

Das Geschäftsklima in der Automobilindustrie hat sich im Mai erneut ein Stück verbessert. Der Klimaindikator notierte allerdings noch klar im Minus. Die Unternehmen bewerteten dabei ihre aktuelle Geschäftslage erneut deutlich besser als im Vormonat. Die Erwartungen fielen ähnlich wie im April stellenweise pessimistisch aus. Anders als zuletzt machte sich beim Exportgeschäft nun vorsichtige Zuversicht breit. Ihre Produktionspläne korrigierten die Befragten nach oben. Ähnliches gilt auch für die Personalplanungen, per saldo dürfte es allerdings weiterhin Beschäftigungsabbau geben. Die Firmen planten weit verbreitet mit Preiserhöhungen.