Verarbeitendes Gewerbe: Erwartungen machen Sprung nach oben
Im Verarbeitenden Gewerbe ist der Klimaindikator (im negativen Bereich) gegenüber Mai deutlich gestiegen. Ursache hierfür war der starke Rückgang pessimistischer Einschätzungen hinsichtlich der weiteren Geschäftsentwicklung: Der Erwartungsindikator kletterte um 14,1 Punkte nach oben. Ihre laufenden Geschäfte bewerteten die Firmen hingegen häufiger negativ. Sie meldeten nun vielerorts eine rückläufige Nachfrage sowie sinkende Auftragsbestände. Angesichts der deutlich öfter zurückgefahrenen Vormonatsproduktion schlug sich dies jedoch aktuell nicht in den Fertigwarenbeständen nieder. Der entsprechende Saldenwert lag spürbar unter den Werten der vergangenen drei Monate. Anders als zuletzt war für die nächste Zeit eine Drosselung der Produktionstätigkeit geplant. Dies wohl auch vor dem Hintergrund der eingetrübten Exportaussichten. Personalabbau stand weiterhin vielerorts auf der Agenda, allerdings wurden diese Pläne im Juni zum dritten Mal in Folge nach oben korrigiert. Die Preiserwartungen liegen seit November 2025 deutlich über ihrem Langzeitdurchschnitt. Im Vergleich zum Mai planten nun etwas weniger Unternehmen, ihre Preise zu erhöhen.
Branchenentwicklung im Verarbeitenden Gewerbe (Auswahl)
Chemische Erzeugnisse: Klima verbessert sich
Das Geschäftsklima in der Chemieindustrie hat sich im Juni deutlich verbessert. Grund hierfür waren vor allem die Geschäftsaussichten, die im Vergleich zu den drei vorhergehenden Monaten wesentlich seltener pessimistisch ausfielen. Von ihrem Exportgeschäft erwarteten die Unternehmen nun positive Impulse. Die Unzufriedenheit mit der aktuellen Lage ließ geringfügig nach. Die Produktionspläne blieben zurückhaltend, weiterhin war eine Drosselung der Fertigungsmenge vorgesehen. Anders als zuletzt war kein Beschäftigungsabbau geplant. Weit verbreitet planten die Firmen mit höheren Verkaufspreisen.
Metallerzeugnisse: Unzufriedenheit nimmt zu
Im Juni sank der Klimaindikator erneut tiefer ins Minus. Abermals beurteilten die Unternehmen ihre laufenden Geschäfte häufiger negativ. Gut die Hälfte der Befragten stufte ihren Auftragsbestand als zu gering ein. Die Lagerbestände stiegen weiter an. Die Geschäftsaussichten für die kommenden sechs Monate trübten sich nochmal stärker ein, ebenso die Exporterwartungen. Vor diesem Hintergrund waren vielerorts Drosselungen der Produktionstätigkeit und Personalabbau vorgesehen. Ihre Preiserwartungen korrigierten die Firmen abermals nach unten, der entsprechende Saldenwert liegt allerdings noch deutlich über seinem Langzeitdurchschnitt.
DV-Geräte, elektronische/optische Erzeugnisse: Aussichten klaren auf
Das Auf und Ab des Geschäftsklimas setzte sich im Juni fort: Der Klimaindikator blieb über seinem Langzeitdurchschnitt, sank jedoch gegenüber Mai deutlich. Anders als zuletzt bewerteten die Unternehmen ihre aktuelle Situation nur noch stellenweise positiv. Dies, obwohl die Nachfrage am aktuellen Rand wieder anzog. Mit Blick auf die weitere Geschäftsentwicklung fielen die Erwartungen spürbar häufiger optimistisch aus. Auch die Exportaussichten waren vielerorts zuversichtlich, wenn auch nicht ganz so häufig wie noch im Mai. Die Produktions- wie auch Personalplanungen blieben expansiv ausgerichtet. Weiterhin planten die Firmen weit verbreitet mit höheren Verkaufspreisen, dies allerdings weniger häufig als zuletzt.
Elektrische Ausrüstungen: Klima verschlechtert sich weiter
Erneut sank der Klimaindikator tiefer in den negativen Bereich. Ursache hierfür war die deutlich schlechtere Beurteilung der aktuellen Geschäftslage. Nachfrage und Aufträge brachen am aktuellen Rand ein. Bei den Erwartungen an das kommende halbe Jahr nahm der Pessimismus hingegen etwas ab. Die Produktionstätigkeit sollte weiterhin mancherorts ausgeweitet werden. Jedoch wurde bei den Personalplanungen wesentlich häufiger der Rotstift angesetzt. Die Exporterwartungen fielen noch stellenweise zuversichtlich aus.